Analog versus Digital
Im Jahr 2026 beherrscht die digitale Fotografie die Welt. Eine neue Ära der Bilder entsteht.
Anfangs belichtete man Fotos auf beschichtete Glasplatten, später ersetzten Filme auf Zelluloidbasis diese Technik. Roll-und Kleinbildfilme sowie handlichere Kameras verdrängten die sperrigen Plattenkameras. In den 1990er-Jahren experimentierte man mit digitalen Kameras – heute sind sie der Standard.
Die rasante Entwicklung erlaubt es, Bilder und Videos direkt mit dem Smartphone aufzunehmen. Überall, jederzeit, selbst bei schlechtem Licht, gelingen beeindruckende Ergebnisse.
Warum also noch analog fotografieren?
Für mich liegt darin ein besonderer Zauber.
Schon die Wahl des Films ist ein bewusster Akt. Filme wie der TRI-X von Kodak oder der FP4 von Ilford sind meine Favoriten. Jeder Film hat seinen eigenen Charakter. Nach vielen Tests mit verschiedenen Film- und Entwicklerkombinationen habe ich mich für diese beiden entschieden. Je nach Motiv nutze ich Kontrastfilter, entwickle die Filme gezielt in unterschiedlichen Entwicklern und vergrößere die Bilder auf Barytpapier.
In der Dunkelkammer
Die Arbeit in der Dunkelkammer bleibt für mich magisch. Im schwachen Laborlicht, abgestimmt auf die Empfindlichkeit des Papiers, spanne ich das Negativ ins Vergrößerungsgerät, stelle Bildgröße und Schärfe ein. Das belichtete Papier lege ich in die Entwicklerflüssigkeit und beobachte, wie das Bild langsam sichtbar wird. Währenddessen höre ich nur das Ticken der Laboruhr und nehme unbewusst die typischen Gerüche der Chemikalien wahr. So entsteht ein Fotoabzug, der Jahrzehnte überdauert.
In schönen Boxen aufbewahrt, kann ich die Fotos in die Hand nehmen – ein haptisches Erlebnis. Besondere Motive rahme ich ein. Mit Passepartout und Rahmen werden daraus einzigartige, handgefertigte Bilder.
Ich kontrolliere den gesamten Prozess – von der Aufnahme bis zum fertigen Bild. In einer hektischen Welt schenkt mir diese Arbeit Ruhe. Ich kann mich ganz auf das perfekte Ergebnis konzentrieren.
Digital
Natürlich fotografiere ich auch digital und staune über die Möglichkeiten. Die ständige Weiterentwicklung, oft gestützt durch künstliche Intelligenz, hat die Fotografie revolutioniert. Besonders bei schlechtem Licht liefert die Technik beeindruckende Ergebnisse. Die Nachbearbeitung erfolgt bei Tageslicht am Bildschirm, moderne Programme erzeugen Bilder in ungeahnter Qualität und mit besonderen Effekten. Die Daten sind sofort verfügbar – für Ausdrucke, Fotobücher, Druckvorlagen oder die Präsentation im Internet. In der Farbfotografie entstehen so schneller und einfacher gute Bilder, als es bei der Ausarbeitung von Farbfilmen je möglich war. Fotodrucker liefern makellose Ergebnisse – sauber, schnell und in Größen, die analog nur mit großem Aufwand erreichbar wären.
Die digitale Fotografie punktet mit einfacher Verarbeitung, schneller Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit. Es fällt keine Chemie an, und Wasser wird nicht benötigt.
Trotzdem erlebt die analoge Fotografie eine Renaissance.
Im Gegensatz zur digitalen Technik bleibt gerade die schwarzweiße Analogfotografie echte Handarbeit. Sie schafft Bilder mit einem besonderen Charme. Ich habe alles in der eigenen Hand und bin auf keinerlei Hilfe angewiesen. Das ist ein gutes Gefühl.
Ich will das Analoge bewahren – nicht aus Nostalgie, sondern als bewusste Art zu sehen und zu arbeiten.