Die heutige Fotografie ist stark digital geprägt. Bildbearbeitung am Computer, unterstützt durch KI, verändert das Erscheinungsbild von Fotos grundlegend. Eine neue Ära ist angebrochen – technisch, schnell und grenzenlos.
Die analoge Fotografie dagegen lebt von Material, Licht und Zeit. Filme für unterschiedliche Lichtsituationen, gezielte Entwicklung zur Kontraststeuerung, das Arbeiten im Fotolabor.
Die Arbeit mit der analogen Kamera erfordert mehr Aufmerksamkeit. Die Lichtmessung – je nach Kamera mit einem Handbelichtungsmesser – das Wissen um die Zusammenhänge von Blende und Zeit – die Wahl des Filmmaterials und die gezielte Belichtung in Hinblick auf die Weiterverarbeitung im Labor. Alle diese Faktoren sind bei der Aufnahme zu berücksichtigen.
Unter Dunkelkammerlicht entstehen Bilder in chemischen Bädern, begleitet vom Ticken der Laboruhr, den Gerüchen der Chemie, den bewussten Wartezeiten. Diese Rituale verleihen jedem Bild eine besondere Faszination.
Aktuell ist eine kleine Renaissance der Analogen zu beobachten: Kameras werden wieder gekauft, Filme belichtet. Professionelle Labore arbeiten heute oft digital weiter, direkte Abzüge vom Negativ sind selten geworden. Für mein Negativarchiv mit Aufnahmen aus 50 Jahren Fotografie – die ich nun aufarbeite – nutze ich eine hybride Lösung. Die Negative scanne ich ein und die entstehenden Datensätze nutze ich für Fotobücher und Internetpräsentation.
Gleichzeitig ist die digitale Fotografie nicht zu umgehen. Sie bietet heute Möglichkeiten, die früher unvorstellbar waren – und es ist sinnvoll, sie zu nutzen. .